Plitvicer Seen – mit der Kamera durch Kroatiens Wasserwelt

Acht Stunden zwischen türkisfarbenen Seen, Wasserfällen und Waldwegen – unterwegs auf Route C, fotografiert mit der Sony Alpha 6400 und einer 16-mm-Festbrennweite.

Es gibt Orte, die man schon unzählige Male auf Bildern gesehen hat und bei denen man sich trotzdem fragt, wie sie wohl wirken, wenn man tatsächlich davorsteht.

Die Plitvicer Seen in Kroatien gehören für uns definitiv zu diesen Orten.

Während unseres Kroatien-Trips hatten wir uns deshalb einen kompletten Tag für den Nationalpark reserviert. Rückblickend war das genau die richtige Entscheidung, denn wer die Plitvicer Seen nicht einfach nur „abhaken“, sondern wirklich erleben möchte, sollte sich Zeit nehmen.

Von etwa 9:00 Uhr morgens bis 17:00 Uhr am Nachmittag waren wir im Park unterwegs. Acht Stunden voller Wasserfälle, türkisfarbener Seen, Holzstege, Waldwege und natürlich jeder Menge Fotomotive.

Unsere Wahl: Route C

Für unseren Besuch entschieden wir uns für die Route C.

Schon nach den ersten Metern wurde klar, warum die Plitvicer Seen zu den bekanntesten Naturhighlights Kroatiens gehören.

Wasser ist hier praktisch überall präsent.

Mal fließt es ruhig zwischen Bäumen und Felsen hindurch, mal stürzt es in kleinen Kaskaden über natürliche Barrieren und wenige Meter später öffnet sich wieder der Blick auf einen See, dessen intensive Farbe fast unwirklich erscheint.

Genau dieser permanente Wechsel macht den Nationalpark so interessant.

Man läuft über schmale Holzstege unmittelbar am Wasser entlang, befindet sich wenig später mitten im Wald und bekommt anschließend von einem höher gelegenen Weg wieder einen völlig neuen Blick auf Seen und Wasserfälle.

Für mich als Fotograf natürlich ein kleines Paradies.

Nicht einfach durchlaufen – sondern schauen

Natürlich könnte man eine solche Route möglichst schnell absolvieren.

Für uns wäre das allerdings völlig am Sinn dieses Tages vorbeigegangen.

Immer wieder hieß es:

stehen bleiben, schauen, Kamera hochnehmen, Bildausschnitt suchen – und manchmal einfach nur ein paar Minuten die Umgebung wirken lassen.

Gerade an den Plitvicer Seen verändert sich ein Motiv bereits durch wenige Meter Standortwechsel.

Ein anderer Blickwinkel, etwas Licht zwischen den Bäumen oder eine Spiegelung auf der Wasseroberfläche – und schon entsteht ein völlig anderes Bild.

Deshalb wollte ich nicht ausschließlich die großen und bekannten Ansichten fotografieren.

Auch die kleineren Szenen haben mich interessiert: Wasser zwischen Baumwurzeln, Strukturen im Wald, einzelne Kaskaden, Spiegelungen und jene Stellen, an denen sich das Licht seinen Weg durch die Vegetation sucht.

Türkis, Grün und ständig neue Perspektiven

Was mich besonders beeindruckt hat, war die unglaubliche Farbvielfalt des Wassers.

Je nach Lichteinfall, Tiefe und Umgebung verändert sich der Eindruck ständig.

Von einem kräftigen Türkis über unterschiedliche Blau- und Grüntöne bis hin zu nahezu spiegelnden Wasserflächen ist alles dabei.

Dazu das intensive Grün der Vegetation und die hellen Felsen – fotografisch entsteht dadurch eine enorme Fülle an Möglichkeiten.

Man muss allerdings aufpassen, sich nicht von der Vielzahl der Motive erschlagen zu lassen.

Denn gefühlt wartet hinter jeder nächsten Kurve schon wieder ein neuer Wasserfall.

Eine Kamera, ein Objektiv – mehr brauchte es nicht

Für diesen Ausflug hatte ich mich bewusst für ein sehr kompaktes fotografisches Setup entschieden.

Alle Aufnahmen dieses Tages entstanden mit der Sony Alpha 6400 und dem Sigma 16 mm F1.4 DC DN Contemporary.

Keine unterschiedlichen Objektive und keine ständigen Objektivwechsel.

Eine Kamera und eine Festbrennweite mussten für den kompletten Tag reichen.

Und genau das hat mir erstaunlich gut gefallen.

Die 16 mm an der APS-C-Kamera entsprechen vom Bildwinkel ungefähr 24 mm am Vollformat. Damit hatte ich genügend Weitwinkel für Landschaftsaufnahmen, Wasserfälle und die großen Szenerien des Nationalparks, ohne dass der typische extreme Weitwinkeleffekt zu dominant wurde.

Natürlich bedeutet eine Festbrennweite auch Verzicht.

Wenn man näher an ein Motiv möchte, hilft kein Zoomring.

Dann heißt es schlicht:

selbst bewegen.

Ein paar Schritte nach vorne, wieder zurück oder eine völlig andere Position suchen.

Aber genau das gefällt mir an der Arbeit mit Festbrennweiten. Man beschäftigt sich automatisch intensiver mit dem Bildaufbau.

Fotografieren unter nicht ganz einfachen Bedingungen

Fotografisch waren die Plitvicer Seen durchaus anspruchsvoller, als man vielleicht zunächst vermuten würde.

Helles Wasser und teilweise direkte Sonneneinstrahlung treffen auf sehr dunkle Bereiche im Wald.

Dazu kommen Spiegelungen auf der Wasseroberfläche, helle Felsen und teilweise enorme Kontraste innerhalb eines einzigen Bildes.

Vor allem deshalb war es wichtig, die hellen Bereiche nicht ausfressen zu lassen und gleichzeitig noch genügend Zeichnung in den Schatten zu behalten.

Die Sony Alpha 6400 hat sich dabei als angenehm kompakte Begleiterin erwiesen.

Gerade an einem Tag, an dem man viele Stunden zu Fuß unterwegs ist, lernt man ein leichtes Setup schnell zu schätzen.

Und ich denke, die fertigen Bilder zeigen sehr schön, dass man für eindrucksvolle Landschaftsfotografie nicht zwangsläufig eine große Vollformatkamera und mehrere Kilogramm Equipment dabeihaben muss.

Der Rückweg? Natürlich zu Fuß …

Im Laufe der Route kommt irgendwann der Punkt, an dem man sich einen Teil des Rückwegs deutlich einfacher machen kann.

Wir standen also irgendwann vor der Entscheidung:

Bequem zurückfahren?

Oder weiterlaufen?

Nun ja …

Wer uns kennt, kann sich die Antwort wahrscheinlich schon denken. 😉

Wir entschieden uns gegen die bequeme Variante und machten uns stattdessen zu Fuß auf der anderen Seite wieder zurück.

Damit wurde aus der ohnehin schon umfangreichen Tour noch einmal eine längere Wanderung.

Und rückblickend würden wir es wieder genauso machen.

Denn gerade dieser zusätzliche Abschnitt hatte seinen eigenen Reiz.

Das Tempo wurde ruhiger, man nahm die Umgebung noch einmal anders wahr und bekam zusätzliche Perspektiven auf den Nationalpark.

Außerdem fühlt es sich einfach besser an, einen solchen Tag wirklich komplett zu Fuß erlebt zu haben.

Acht Stunden im Nationalpark

Als wir gegen 17:00 Uhr schließlich wieder am Ende unserer Tour angekommen waren, lagen rund acht Stunden Nationalpark hinter uns.

Natürlich merkt man die Kilometer irgendwann in den Beinen.

Aber gleichzeitig bleibt dieses Gefühl, einen wirklich außergewöhnlichen Ort erlebt zu haben.

Die Plitvicer Seen sind kein Geheimtipp.

Und natürlich teilt man gerade die bekannten Aussichtspunkte und Holzstege mit vielen anderen Besuchern.

Trotzdem gibt es immer wieder Momente, in denen man nur ein paar Meter weitergehen oder einige Minuten warten muss und die Umgebung plötzlich deutlich ruhiger wird.

Dann hört man hauptsächlich das Wasser, den Wald – und sonst nicht viel.

Genau diese Momente bleiben bei mir am Ende stärker hängen als irgendein einzelner Aussichtspunkt.

Die Bildbearbeitung mit Luminar Neo

Nach unserem Besuch begann zu Hause beziehungsweise im Camper der zweite Teil der fotografischen Arbeit:

die Sichtung und Bearbeitung der Aufnahmen.

Die komplette Serie wurde von mir anschließend in Luminar Neo entwickelt und bearbeitet.

Dabei ging es mir vor allem darum, die unterschiedlichen Grün- und Türkistöne sauber herauszuarbeiten, Kontraste zu kontrollieren und Details in den dunkleren Waldpartien sichtbar zu machen.

Gleichzeitig wollte ich vermeiden, dass die Bilder künstlich wirken.

Gerade bei einem Ort wie den Plitvicer Seen ist die Versuchung groß, Farben und Strukturen zu stark zu verstärken.

Doch die Landschaft braucht eigentlich keine großen Tricks.

Sie ist spektakulär genug.

Meine Bearbeitung sollte deshalb vor allem das wiedergeben, was ich an diesem Tag selbst wahrgenommen habe.

Foto-Setup

Kamera: Sony Alpha 6400
Objektiv: Sigma 16 mm F1.4 DC DN Contemporary
Brennweite: 16 mm / Bildwinkel etwa 24 mm KB-äquivalent
Bildbearbeitung: Luminar Neo
Fotografie: Elsi-Foto

Mein Fazit

Wer in Kroatien unterwegs ist und sich für Natur, Wandern oder Fotografie begeistert, sollte die Plitvicer Seen zumindest einmal erlebt haben.

Mein persönlicher Tipp:

Nehmt Euch Zeit.

Nicht nur zwei oder drei Stunden, um möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuhaken.

Ein kompletter Tag gibt Euch die Möglichkeit, zwischendurch stehen zu bleiben, die Landschaft wahrzunehmen und auch einmal einen Weg weiterzugehen, obwohl die bequemere Variante schon wartet.

Für mich war dieser Tag gleichzeitig eine schöne Erinnerung daran, dass man fotografisch manchmal gar nicht viel Equipment braucht.

Eine kleine Sony Alpha 6400, eine einzige 16-mm-Festbrennweite und ein Ort, an dem hinter beinahe jeder Kurve ein neues Motiv wartet.

Mehr war an diesem Tag eigentlich nicht notwendig.

Plitvicer Seen – acht Stunden zwischen Wasserfällen, türkisfarbenem Wasser und unzähligen Fotomotiven. Ein Tag, der definitiv in Erinnerung bleibt.

Link zum Veranstalter (DE): https://np-plitvicka-jezera.hr/de/