Landessieger-Rennen Südbayern am 11. Oktober 2026 – Ein Tag voller Geschwindigkeit, Eleganz und fotografischer Grenzerfahrungen.
1/3200 Sekunde. Blende f/2.8. Auto-ISO. Vier Hunde im Anflug. Und nur ein winziger Augenblick, um den perfekten Moment einzufangen.
Es gibt Situationen, in denen die Fotografie plötzlich zur echten Herausforderung wird. Situationen, in denen technische Präzision, Erfahrung und Reaktionsvermögen über das Ergebnis entscheiden.
Das Windhundrennen in Mammendorf war genau so ein Erlebnis.
Am Sonntag, dem 11. Oktober 2026, veranstaltete der Windhund-Rennverein Bayern e. V. das Landessieger-Rennen Südbayern. Für die teilnehmenden Hunde und ihre Besitzer ein besonderer sportlicher Tag – und für mich eine faszinierende Gelegenheit, die Möglichkeiten meiner Canon EOS R5 Mark II auszureizen.
Was mich besonders beeindruckt hat: Diese Hunde laufen nicht einfach nur schnell. Sie verkörpern Geschwindigkeit, Kraft und Eleganz in einer Weise, die man mit eigenen Augen kaum vollständig erfassen kann.
Erst auf den Fotografien wird sichtbar, welche unglaubliche Dynamik sich innerhalb von Sekundenbruchteilen entfaltet.

Bildunterschrift: Vier Windhunde, ein Ziel und pure Geschwindigkeit – spektakulärer Rennmoment beim Landessieger-Rennen Südbayern in Mammendorf.
Wenn sich die Startboxen öffnen, zählt jede Millisekunde
Schon der Bereich rund um die Startboxen verrät, dass hier kein gewöhnlicher Sonntagsspaziergang bevorsteht.
Die Hunde sind bereit, ihre gesamte Energie auf die Rennstrecke zu bringen. Sobald sie loslaufen, verändert sich das Bild innerhalb von Augenblicken.
Aus stehenden Athleten werden pfeilschnelle Läufer.
Als Fotograf bleibt kaum Zeit, auf die Situation zu reagieren. Ich muss die Bewegung vorausahnen, den richtigen Bildausschnitt finden und gleichzeitig darauf vertrauen können, dass die Kamera den Fokus zuverlässig nachführt.
Besonders anspruchsvoll wird es, wenn mehrere Hunde gleichzeitig auf mich zulaufen.
Jeder bewegt sich mit einer etwas anderen Geschwindigkeit, die Abstände verändern sich und häufig reicht bereits eine minimale Verzögerung, um den entscheidenden Augenblick zu verpassen.

Bildunterschrift: Drei Windhunde auf dem Weg über die Rennbahn – bei dieser Geschwindigkeit muss der Autofokus jede Bewegung zuverlässig verfolgen.
Faszinierende Athleten – jeder Windhund ein eigenes Kunstwerk
Was mich bei diesem Rennen ebenfalls begeistert hat, war die Vielfalt der Hunde.
Ob kurzhaarige, muskulöse Sprinter oder langhaarige, ausgesprochen elegante Windhunde: Jeder besitzt seine ganz eigene Ausstrahlung und Bewegungscharakteristik.
Besonders beeindruckend sind die Flugphasen.
Für einen winzigen Moment verlieren die Pfoten den Kontakt zum Boden. Die Beine strecken sich, die Muskulatur arbeitet auf Hochtouren und der gesamte Körper wird zu einer perfekt abgestimmten Bewegungsmaschine.
Manchmal wirken diese Augenblicke fast unwirklich.
Als würden die Hunde nicht laufen, sondern über die Rennbahn schweben.

Bildunterschrift: Vier elegante Windhunde in voller Bewegung – eindrucksvoll sichtbar werden Körperhaltung, Sprungphasen und die einzigartige Dynamik dieser Tiere.
1/3200 Sekunde – wenn Fotografie an ihre Grenzen geht
Für diesen Renntag hatte ich mich bewusst für eine anspruchsvolle Kombination aus kurzer Verschlusszeit und großer Blendenöffnung entschieden.
Meine Ausrüstung:
Canon EOS R5 Mark II mit Canon RF 70–200 mm f/2.8
Meine Belichtungseinstellungen:
- Verschlusszeit: 1/3200 Sekunde
- Blende: f/2.8
- ISO: Automatik
Warum ausgerechnet diese Einstellungen?
Die extrem kurze Belichtungszeit war für mich der Schlüssel, um die Bewegungen möglichst präzise einzufrieren.
Windhunde können in kürzester Zeit enorme Geschwindigkeiten erreichen. Selbst bei 1/1000 Sekunde können schnelle Beine und Pfoten noch Bewegungsunschärfe zeigen.
Mit 1/3200 Sekunde wollte ich deshalb möglichst viele Details festhalten.
Die weit geöffnete Blende von f/2.8 brachte gleich zwei Vorteile: Zum einen konnte ich mehr Licht nutzen, zum anderen ließ sich der Hintergrund angenehm weich darstellen.
Dadurch treten die Hunde deutlich hervor.
Allerdings gibt es auch einen Nachteil: Bei f/2.8 ist die Schärfentiefe begrenzt. Gerade bei schnell bewegten Tieren können schon kleine Fokusabweichungen dafür sorgen, dass die Augen nicht mehr perfekt scharf sind.
Die Auto-ISO-Funktion erlaubte mir, die Empfindlichkeit automatisch an die Lichtverhältnisse anzupassen. So konnte ich mich stärker auf Bewegung und Bildgestaltung konzentrieren.
Natürlich kann ein höherer ISO-Wert zu zusätzlichem Bildrauschen führen.
Doch für mich gilt bei solchen Aufnahmen ganz klar:
Lieber ein faszinierender, eingefrorener Moment mit etwas Bildrauschen als ein technisch sauberes Foto, bei dem die entscheidende Bewegung verwischt ist.

Bildunterschrift: Schwerelos für einen Augenblick – der langhaarige Windhund mit roter Startdecke zeigt eindrucksvoll die gestreckte Flugphase. Aufgenommen bei 1/3200 Sekunde und f/2.8.
Der Autofokus – die vielleicht größte Herausforderung
Eine kurze Belichtungszeit allein macht noch kein gutes Actionfoto.
Die eigentliche Herausforderung liegt häufig darin, die Schärfe exakt dort zu halten, wo sie hingehört: auf dem Motiv, idealerweise auf den Augen.
Gerade bei frontal heranstürmenden Windhunden ist das alles andere als selbstverständlich.
Die Canon EOS R5 Mark II bietet mit ihrer modernen Motiverkennung und leistungsfähigen Autofokusnachführung hervorragende technische Möglichkeiten.
Doch selbst die beste Kamera kann nicht vorhersehen, welches Bild ich im Kopf habe.
Der richtige Standort, das vorausschauende Verfolgen der Hunde und ein bewusst gewählter Bildausschnitt bleiben entscheidend.
Besonders spannend finde ich die Momente, in denen ein einzelner Hund mit voller Geschwindigkeit auf mich zuläuft.
Plötzlich konzentriert sich alles auf einen einzigen Punkt.
Auf den Blick. Auf die Bewegung. Auf diesen einen Bruchteil einer Sekunde.

Bildunterschrift: Volle Konzentration auf den heranstürmenden Windhund – trotz enormer Bewegung bleiben Gesicht und Augen der Mittelpunkt des Fotos.
Wenn zwei Hunde um jeden Meter kämpfen
Besonders spektakulär wird die Sportfotografie, wenn mehrere Hunde dicht beieinander laufen.
Dann entstehen Bilder voller Spannung.
Die unterschiedlichen Körperhaltungen, die ausgestreckten Beine und die konzentrierten Blicke vermitteln unmittelbar, welche Energie auf der Rennbahn freigesetzt wird.
Doch diese Szenen sind für Fotografen besonders anspruchsvoll.
Welchen Hund soll der Autofokus verfolgen?
Welcher Moment zeigt die Dynamik am besten?
Und wie gelingt es, mehrere Tiere gleichzeitig spannend im Bild anzuordnen?
Ein gelungenes Foto muss nicht immer jeden Hund vollständig scharf zeigen. Entscheidend ist vielmehr, dass die Aufnahme eine Geschichte erzählt und den Betrachter das Rennen beinahe miterleben lässt.

Bildunterschrift: Zwei Windhunde auf Augenhöhe – ein packender Rennmoment, bei dem sich Geschwindigkeit und sportlicher Ehrgeiz unmittelbar vermitteln.
Die perfekte Bewegung – nicht immer entscheidet die reine Geschwindigkeit
Bei der Durchsicht meiner Aufnahmen wurde mir wieder bewusst, wie wichtig die einzelnen Bewegungsphasen sind.
Nicht jeder technisch scharfe Sprint ist automatisch ein spektakuläres Foto.
Manchmal sind es die ungewöhnlichen Körperhaltungen, die einen Augenblick besonders machen.
Eine kraftvolle Abdruckphase, ein scheinbar schwebender Körper oder ein Hund, dessen Beine sich in einer außergewöhnlichen Position befinden.
Gerade bei seitlichen Aufnahmen lassen sich diese Bewegungsabläufe hervorragend erkennen.
Sie zeigen nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die faszinierende Anatomie dieser Tiere.
Und genau solche Aufnahmen machen für mich den Unterschied zwischen einer gewöhnlichen Dokumentation und einer ausdrucksstarken Sportfotografie.

Bildunterschrift: Kraft, Körperbeherrschung und Konzentration – die seitliche Perspektive zeigt die außergewöhnliche Bewegungsdynamik eines Windhundes.
Nach dem Rennen – wenn aus Geschwindigkeit wieder Persönlichkeit wird
So spektakulär die Rennen selbst auch sind, genauso interessant finde ich die Momente danach.
Wenn die Hunde das Lockobjekt erreichen und der Lauf beendet ist, verändert sich die gesamte Situation.
Aus dem rasanten Wettbewerb wird wieder eine Begegnung mit individuellen Persönlichkeiten.
Auch solche Szenen gehören für mich zu einer vollständigen Fotoreportage.
Denn Windhundfotografie bedeutet nicht ausschließlich, möglichst hohe Geschwindigkeiten einzufrieren.
Es geht auch darum, die besonderen Eigenschaften dieser Tiere zu zeigen – ihre Aufmerksamkeit, ihre Energie und ihr Verhalten untereinander.
Ein Rennsporttag besteht schließlich nicht nur aus Start und Ziel.

Weitere Informationen zum Windhundsport
Du möchtest mehr über diese faszinierenden Vierbeiner, das Rennbahntraining oder kommende Veranstaltungen erfahren?
Dann besuche die offizielle Website des Windhund-Rennvereins Bayern e. V. in Mammendorf.
Dort findest Du Informationen rund um den Verein und seine Aktivitäten.

