Hundeshooting mit Lucky – erste Schritte mit der neuen Canon in der Goldenen Stunde

Manchmal braucht es gar keinen großen Plan. Eine Kamera, einen Hund, schönes Licht – und die Lust, einfach loszugehen.

Am vergangenen Wochenende, rund eine Stunde vor Sonnenuntergang, war genau so ein Moment. Die Sonne stand bereits tief, das Licht wurde zunehmend wärmer und weicher und die Goldene Stunde kündigte sich an. Perfekte Voraussetzungen also, um mit Lucky nach draußen zu gehen – und gleichzeitig die neue Canon EOS R5 Mark II erstmals etwas intensiver in der Praxis auszuprobieren.

Dabei sollte es bewusst kein wissenschaftlicher Kameratest werden. Keine Testcharts, keine minutiösen Vergleiche und keine perfekten Laborbedingungen. Vielmehr wollten wir wissen: Wie fühlt sich die Kamera draußen im echten Einsatz an? Wie zuverlässig arbeitet der Autofokus? Und wie gut lässt sich ein lebendiges Motiv wie Lucky damit einfangen?

Wenn das Licht langsam golden wird

Gerade bei Tierportraits gehört die Goldene Stunde für mich zu den schönsten Zeiten zum Fotografieren.

Das Licht wird sanfter, die Schatten verlieren ihre Härte und insbesondere im Gegenlicht entstehen diese warmen Konturen rund um Fell und Körper, die einem Bild eine ganz besondere Stimmung geben können.

Mit Lucky konnten wir deshalb unterschiedliche Situationen ausprobieren. Mal kam das Licht seitlich, mal von vorne und natürlich durfte auch das Gegenlicht nicht fehlen.

Gerade solche Bedingungen waren für mich interessant, denn eine neue Kamera muss sich nicht nur bei perfekten Lichtverhältnissen beweisen. Spannend wird es dann, wenn Licht, Bewegung und Motiv gleichzeitig eine Herausforderung darstellen.

Fokus auf das Wichtigste: die Augen

Bei Tierfotografie gibt es für mich einen Punkt, über den man kaum diskutieren muss:

Das Auge muss scharf sein.

Natürlich gibt es bewusst gestaltete Ausnahmen. Aber gerade bei einem Portrait entscheidet der Blick darüber, ob eine Verbindung zwischen Motiv und Betrachter entsteht.

Und genau hier hat mich die R5 Mark II bei diesem ersten Shooting sehr positiv überrascht.

Obwohl ich mich mit der Kamera zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht intensiv beschäftigt hatte und sicherlich noch längst nicht alle Möglichkeiten und Einstellungen kenne, saß der Fokus gefühlt in 99 Prozent der Situationen genau dort, wo er hingehörte: auf dem Auge von Lucky.

Das gibt beim Fotografieren unglaublich viel Sicherheit.

Statt permanent kontrollieren zu müssen, ob die Kamera tatsächlich das Auge gefunden hat, kann man sich stärker auf den Moment konzentrieren: Luckys Blick, seine Bewegung, die Körperhaltung – und natürlich das Licht.

Bewegung einfrieren – und trotzdem offenblendig fotografieren

Fotografiert habe ich überwiegend manuell.

Bei einem Hund, der natürlich nicht permanent stillsteht, wollte ich ausreichend kurze Verschlusszeiten verwenden. Deshalb lag ich häufig bei ungefähr 1/1000 Sekunde oder sogar noch kürzer.

Gleichzeitig wollte ich mit einer offenen Blende von f/2,8 arbeiten.

Die offene Blende sorgt nicht nur dafür, dass sich Lucky schön vom Hintergrund löst. Sie gibt den Bildern auch diesen besonderen Look, bei dem sich der Blick des Betrachters automatisch auf das Tier konzentriert.

Die ISO-Einstellung durfte die Kamera dagegen selbst übernehmen.

Meine Kombination war deshalb ganz bewusst:

Manuelle Verschlusszeit + Blende f/2,8 + Auto-ISO.

Gerade bei wechselndem Licht ist das eine sehr angenehme Arbeitsweise. Ich bestimme, wie Bewegung und Schärfentiefe aussehen sollen – und die Kamera gleicht die unterschiedlichen Lichtverhältnisse über den ISO-Wert aus.

So konnte ich mich sehr viel stärker auf Lucky und die Bildgestaltung konzentrieren.

Perspektivwechsel ohne Verrenkungen

Ein weiteres Detail, das ich bei diesem Shooting unbedingt ausprobieren wollte, war das klappbare Display.

Tierfotografie bedeutet schließlich sehr häufig: runter auf Augenhöhe.

Und wer schon einmal einen Hund aus einer wirklich tiefen Perspektive fotografiert hat, weiß, dass das für den Fotografen mitunter sportlicher wird als für das Tier.

Durch das bewegliche Display kann die Kamera sehr tief gehalten werden, ohne dass man selbst zwangsläufig mit dem Gesicht knapp über dem Boden liegen muss.

Gerade solche scheinbar kleinen Dinge verändern in der Praxis die Art zu fotografieren.

Denn plötzlich probiert man Perspektiven aus, auf die man sonst vielleicht verzichtet hätte.

Technik ist wichtig – aber Lucky macht das Bild

Bei aller Begeisterung über Autofokus, Verschlusszeiten und neue Technik darf man eines nicht vergessen:

Am Ende war es Lucky, der diesem kleinen Testshooting seinen Charakter gegeben hat.

Technik kann helfen, den richtigen Moment festzuhalten. Sie kann dafür sorgen, dass der Fokus sitzt, Bewegungen eingefroren werden und man schneller reagieren kann.

Aber das eigentliche Bild entsteht immer noch aus Licht, Situation und Emotion.

Und genau deshalb hat dieser erste kleine Ausflug mit der neuen Kamera so viel Spaß gemacht.

Es war kein perfekt vorbereitetes Shooting. Vielmehr war es ein unkomplizierter Spaziergang in einem wunderschönen Licht – verbunden mit der Neugier darauf, was die neue Kamera leisten kann.

Mein erstes Fazit

Für diesen ersten Praxistest bin ich mehr als zufrieden.

Die extrem hohe Trefferquote beim Augenautofokus, das schnelle und unkomplizierte Arbeiten und die Möglichkeiten bei unterschiedlichen Lichtbedingungen haben einen sehr guten ersten Eindruck hinterlassen.

Und dabei stehen wir mit der Kamera eigentlich noch ganz am Anfang.

Viele Einstellungen wollen noch ausprobiert werden. Unterschiedliche AF-Konfigurationen müssen getestet werden. Und natürlich interessieren mich besonders die Situationen, für die diese Kamera letztendlich angeschafft wurde: Sport, Tiere, Natur, Reisen und dynamische Reportagen.

Das Shooting mit Lucky in der Goldenen Stunde war deshalb weniger ein abschließender Kameratest als vielmehr der Beginn einer neuen Reise.

Und genau darüber werde ich hier im Fotoblog weiter berichten.

Die ersten Bilder machen jedenfalls Lust auf sehr viel mehr.